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Schon seit langem ist bekannt, daß die Geheimdienste der meisten
Länder gar nicht die Geheimdienste sind. Der KGB zum Beispiel oder
die verschiedenen britischen Geheimdienste existieren zwar, machen genau
die Arbeit, die sie vorgeben zu tun, und sind für das verantwortlich,
was manchmal über sie durchsickert, aber alles das ist nur eine Tarnung.
Die wahren Geheimdienste sind so vollständig geheim und arbeiten
so lautlos, unsichtbar und unheimlich effizient, daß es keine Hinweise
darauf gibt, daß sie wirklich existieren. Daran erkennt man Qualität. Eine Variante der Methode benutzt das organisierte Verbrechen, das die Mafia als seine Tarnorganisation vorschiebt. In diesem Fall kommt noch der feine Kniff dazu, regelmäßig zu behaupten, es gäbe kein organisiertes Verbrechen und schon gar keine Mafia. Nun kann man tatsächlich Beweise dafür bringen, daß es die Mafia nicht gibt, zumindest in dem Sinne, daß sie nicht das wahre organisierte Verbrechen ist. Das erklärt man dann zu einem Beweis dafür, daß es das organisierte Verbrechen nicht gibt ein typischer Beweisfehler (ignoratio elenchi), bei dem nicht das bewiesen wird, was man zu beweisen vorgibt. Das bringt uns zu den Geheimgesellschaften, die meist überhaupt
nicht geheim sind. Geheim ist höchstens, wer in ihnen Mitglied ist,
manchmal sind es auch ihre Ziele, und ihr Vorgehen ist heimlich, aber
die Existenz der Gesellschaft ist allgemein bekannt. Im Gegenteil, sie
achten meist sehr darauf, zumindest vage Hinweise darauf zu hinterlassen,
daß es sie gibt und wofür sie verantwortlich sind. Denn wer
ganz und gar geheim ist, kann auch nicht gefürchtet und bewundert
werden, und darauf kommt es schließlich an. Die geheimste aller Geheimgesellschaften aber ist natürlich jene,
von der niemand weiß, daß es sie gibt nicht einmal
ihre Mitglieder.
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